1 Wird grüner und schwarzer Tee aus der gleichen Pflanze gewonnen?  2 Enthält Tee genau so viel Koffein wie Kaffee?
 3 Ist die Wirkung des Koffeins aus Kaffee und Tee gleich?  4 Warum soll grüner Tee und schwarzer Tee mit unterschiedlichen Wassertemperaturen gekocht werden?
 5 Was ist eigentlich Oolongtee?  6 Was ist weißer Tee?
 7 Ist die Qualität von Beuteltee schlechter als die von losem Tee?  

 

 

Wird grüner und schwarzer Tee aus der gleichen Pflanze gewonnen?

teepflückerin südindien 320Egal, ob schwarz, grün, weiß oder gelb, alle Teesorten haben ihren Ursprung in der gleichen Pflanze. Camellia sinensis heißt sie mit botanischem Namen. Sie gehört zur Gattung der Camelien und sieht ganz ähnlich aus wie die wunderbar blühenden Kamelien in unseren Gärten. Es gibt zwei Arten, eine stammt aus China (Camellia sinensis var. Sinensis), die andere aus Indien (Camellia assamica) bzw. Sri Lanka. Diese beiden Pflanzen haben vieles gemeinsam, sie lieben tropisches und subtropisches Klima und wachsen besonders gut in Höhenlagen. Gleichzeitig gibt es auch Unterschiede, und zwar nicht nur im Geschmack: Die chinesische Variante der Teepflanze ist temperaturunempfindlicher, sie verträgt sogar etwas Frost während Camelia assamica viel Sonne braucht. Ihre Blätter werden bedeutend größer und dicker als die chinesische Variante, deren Blätter kleiner und zarter sind. Teebäume und -sträucher können viele hundert Jahre alt werden. Werden sie nicht beschnitten, werden sie bis zu 20 Meter hoch. Die heute bei uns erhältlichen Teesorten sind Kreuzungen (Hybriden) dieser beiden Teepflanzen. So wurde erreicht, dass Teepflanzen nicht nur in den Ursprungsändern China und Indien, sondern auch in Ländern mit anderem Klima und auf anderen Böden wachsen. Zu den Hauptteeanbauländern gehören neben China und Indien Japan, Taiwan, Korea, Thailand, Afrika, die Türkei, Russland, Neuseeland und sogar in England soll es erste Teeplantagen geben. Durch die unterschiedliche Verarbeitung der Teeblätter entstehen die verschiedenen Teetypen. 

 

Enthält Tee genau so viel Koffein wie Kaffee?

Nein! Während eine Tasse Kaffee (150 Milliliter) 100 bis 120 Milligramm Koffein enthält, sind in einer Tasse Tee (150 Milliliter) je nach Sorte nur 20 bis 50 Milligramm.

 

Ist die Wirkung des Koffeins aus Kaffee und Tee gleich?

Nein. Das Koffein im Kaffee wird bereits im Magen aufgenommen. Es tritt schnell ins Blut über, wirkt schnell anregend und aufputschend. Das Koffein im Tee ist an Gerbstoffe gebunden und wird erst im Darmsaft aufgespalten. Es dauert also etwas länger, bis sich die anregende Wirkung des Koffeins bemerkbar macht. Wer also den schnellen Muntermacher braucht, sollte sich an Kaffee halten. Wer lieber eine gleichmäßige und länger anhaltende Wirkung des Koffeins bevorzugt, sollte eine Tasse Tee trinken. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Der japanische Matcha-Tee. Er enthält so viel Koffein, dass er es mit dem Kaffee durchaus aufnehmen kann.

 

Warum soll grüner Tee und schwarzer Tee mit unterschiedlichen Wassertemperaturen gekocht werden?

Grüntees mögen sehr heißes Wasser nicht! Je hochwertiger der Tee, desto geringer darf die Temperatur sein. 50, 60 oder 70 Grad, das sind optimale Temperaturen zur Zubereitung von grünem Tee. Grüner wird in zu heißem Wasser bitter. Weißer Tee mag Wassertemperaturen zwischen 70 und 90 Grad, lange gelagerter weißer Tee verträgt auch kochendes Wasser. Auch schwarzer Tee liebt kochendes Wasser, nur dann lösen sich die typischen Aromastoffe.
Orientieren Sie sich bei der Wassertemperatur am besten an den Empfehlungen Ihres Teelieferanten.

 

Was ist eigentlich Oolongtee?

Oolongtee, auch blauer Tee genannt, ist ein halbfermentierter Tee, also eine Zwischenstufe zwischen Schwarz- und Grüntee. Der Name Oolong bedeutet „Schwarzer Drache“. Oolongtees werden nach der Ernte meist an der Sonne getrocknet und dann in Sieben geschüttelt oder mit Maschinen gerollt, sodass die Teeblätter leicht brechen und der Zellsaft mit dem Sauerstoff der Luft reagiert. Dabei verfärbt sich ein Teil der Blätter rötlich bis dunkelbraun. Je nach gewünschtem Grad der Fermentierung unterbricht der Teamaker diesen Vorgang durch Trocknen, Rösten oder Braten der Blätter in der Pfanne über Holzkohle (panfiring). Es sind vor allem die Taiwanesen, die die Produktion von Oolongtee besonders gut beherrschen und so auf geniale Weise eine große Vielfalt an Geschmacksrichtungen hervorbringen. Je nach Fermentierungsgrad und Verarbeitung ist Oolongtee eher grün und im Geschmack zart, fruchtig, weich oder eher dunkelbraun und im Geschmack kräftiger, nussig, brotig. Erlesene Oolongteequalitäten kommen vor allem aus dem Bergland Taiwans und aus China. Oolongtee gehört zur chinesischen Teezeremonie „Gongfu-Cha“. Jeder Oolongtee kann mehrfach aufgegossen werden. In der Gongfu-cha-Zeremonie haben die Aufgüsse wunderbare Namen, zum Beispiel „Tee des guten Geruchs“, Tee des guten Geschmacks“ oder „Tee der langen Freundschaft. Neuerdings werden auch in Vietnam, Thailand, Indien, Kenia und in Neuseeland Oolongtees hergestellt. Klassische Oolongtees aus China und Taiwan heißen Oriental Beauty, Dong Ding Oolong, Alsihan Oolong, Da Hong Pao oder Rou gui.

 

Was ist weißer Tee?

Weißer Tee ist der am wenigsten verarbeitete Tee. Die Teeblätter werden nach dem Welken nur getrocknet, entweder im Trockenraum oder in der Sonne. Sie werden nicht gerollt und nicht fermentiert. Der Name dieses Tees kommt ursprünglich daher, weil die gepflückten Blattknospen zart und weiß behaart sind. Der Teeaufguss ist ebenso besonders hell. Viele weiße Tees sind im Geschmack sehr mild und zart, manchmal sogar etwas süßlich. Wurde weißer Tee ursprünglich nur in China produziert, gibt es ihn heute auch aus Ceylon, Kenia, Nepal, Vietnam, Thailand, Indien, Taiwan, Neuseeland und Australien. Die höchste Qualitätsstufe heißt „Silver Needle“. Dabei werden nur die Blattknospen geerntet und weiter verarbeitet. Bei dem bekannte und beliebten weißen Tee „Pai MuTan (Bai Mu Dan)“ werden „two leaves and a bud“ gepflückt, das heißt zwei Blätter und eine Blattknospe.

 

Ist die Qualität von Beuteltee schlechter als die von losem Tee?

Jein! Grundsätzlich kommt auch der Tee, der in Teebeuteln verpackt wird, von der gleichen Teepflanze. Viele Plantagen produzieren aus derselben Ernte zugleich feine Blattteile für Teebeutel und ganze Teeblätter für losen Tee. Hochwertige Tees werden allerdings nur als Loseblatt-Tee verkauft. Für Teebeutel-Tee verläuft die Verarbeitung anders. Die Teeblätter werden sehr stark zerkleinert. Die meisten Teebeutel enthalten „Fannings“ (grob zerkleinerte Teeblätter) und „Dust“ (Teestaub). Durch die Zerkleinerung der Teeblätter wird die Oberfläche vergrößert, es werden bei der gleichen Ziehzeit mehr Inhaltsstoffe abgegeben. Das ist der Grund, warum Tee aus Teebeuteln oft sehr schnell bitter schmeckt. Der Hauptkritikpunkt der Teekenner ist: Um sein volles Aroma zu entfalten, muss der Tee in der Kanne frei schwimmen, die Teeblätter brauchen Platz zum Aufquellen. Das ist im Teebeutel nicht möglich. Die Blätter bleiben nach dem Überbrühen eng im Beutel zusammengepresst. Umso erfreulicher ist es, dass es jetzt auch größere Teebeutel gibt mit ganzen Blättern, in denen die Teeblätter sich besser entfalten können.

Ein weit verbreitetes Vorurteil - in Teebeutel stecken nur nicht mehr verwendbare Reste, minderwertiger Tee oder gar Abfälle - ist also falsch.

In Deutschland wird ungefähr 60 Prozent in Teebeuteln, 40 Prozent als loser Tee verkauft. Die Vorteile von Teebeuteln: Die Zubereitung ist einfach, Sie brauchen außer einer Tasse und heißem Wasser keine weiteren Utensilien und Sie haben in kürzester Zeit ein heißes Getränk. Unser Tipp: Wenn Teebeutel, achten Sie beim Einkauf darauf, dass ganze Blätter enthalten sind. Wenn Sie mehr Teegenuss möchten und Zeit für die Zubereitung haben, gönnen Sie sich losen Tee aus einem Tee-Fachgeschäft.